Brasilien Die schönsten Ecken von Rio entdecken

Wenige Städte üben solch eine Faszination aus wie Rio de Janeiro. Vielleicht liegt es am Multikulti-Mix der Bewohner, vielleicht an der atemberaubenden Lage der Stadt. .de stellt Orte in Rio vor, die nicht jeder Tourist kennt.
Celarón-Treppe in Rio de Janeiro.

Wo beginnt man am besten, eine Stadt zu erkunden? Natürlich - im Herzen der Stadt. Das Zentrum von Rio de Janeiro kann auf den ersten Blick überwältigend, ja fast beängstigend wirken - doch wer seinen Mut zusammennimmt und die versteckten Ecken erobert, wird belohnt. In den Tag sollte man in einer der ältesten Konditoreien der Stadt, der , bei einer köstlichen Mischung aus lokalen und portugiesischen Spezialitäten starten. Die Einrichtung der Confeitaria ist wie eine Art Zeitmaschine, beim Betreten der Räumlichkeiten kommt es einem so vor, als ob man 100 Jahre in der Zeit zurückversetzt wird - die Leckereien sind aber natürlich frisch aus dem Ofen. Nach dem Frühstück ist es Zeit für etwas Kultur, zum Beispiel im mit seinen ausgefeilten Holzarbeiten und religiösen Artefakten. In der Umgebung gibt es noch viele andere Museen und historische Gebäude. Für einen Snack zwischendurch sind die Orte am besten, wo die Cariocas sind: die Bars und Restaurants entlang der Travessa do Comércio und Rua do Ouvidor. Am lebhaftesten ist es dort unter der Woche, am Wochenende wirkt das Zentrum von Rio manchmal wie ausgestorben.

Nicht weit vom Zentrum entfernt liegt das Viertel Santa Teresa. Im 18. und 19. Jahrhundert suchten in den Hügeln reiche Cariocas Zuflucht vor der Sommerhitze. Noch heute strotzt die Gegend vor imposanten Häusern mit riesigen Gärten. Gleichzeitig ist Santa Teresa eines der kulturellen Zentren von Rio, hier liegt eine Galerie neben der anderen, die Künstlerdichte ist so hoch wie sonst nirgends in der Stadt. Wer gut zu Fuß ist, sollte nicht mit dem Taxi hinauffahren, sondern lieber die Celarón-Treppe nehmen. Die farbenfrohen Fliesen aus aller Welt lassen einen die vielen Stufen fast vergessen.

Strand von Ipanema in Rio de Janeiro.
Carlos Borges
Einen Einblick in das typische Strandleben der Cariocas bekommen - am Strand von Ipanema.
Nach so viel Kultur ist es Zeit für ein wenig Entspannung am Strand - denn dafür ist Rio schließlich bekannt. Die berühmte Copacabana hat ein tolles Flair, aber der autentischere Strand ist Ipanema. Und das aus gutem Grund, denn hier bekommt man einen Einblick in das typische Strandleben der Cariocas. Der Strand ist weniger touristisch, das Wasser ist sauberer und der Sonnenuntergang vom Arpoador-Felsen einfach einmalig. Wer dem Treiben am Wasser eine Weile zusieht, wird verstehen, woher all die Fußballgrößen Brasiliens kommen. Alle 50 Meter findet man ein Futvolley-Feld, wo gekickt wird.

Die Strände nahe der Stadt können am Wochenende ziemlich voll werden, wer es lieber etwas einsamer mag, sollte in den Süden nach Prainha oder Grumari (südlich von Barra da Tijuca) fahren. Im Süden von Rio liegt außerdem eines der größten innerstädtischen Naturschutzgebiete, der Floresta da Tijuca Nationalpark - ein Paradies für Wanderer und Bergsteiger. Lohnenswerte Gipfel sind zum Beispiel der Pedra Bonita (524 m), der Pico do Papagaio (987 m), der Pico da Tijuca (1021 m) und der Pedra da Gávea (842 m). Wer seine Wanderstiefel nicht im Gepäck hat, kann bequem beim Paragliden mit dem Fallschirm vom Pedra da Gávea bis zum Strand Sao Conrado hinuntersegeln.

Stadtviertel Urca in Rio de Janeiro
Carlos Borges
Urca - charmantes Stadtviertel am Fuße des Zuckerhuts.
Apropos Berge: erfahrene Guides bieten auch Klettertouren auf den Zuckerhut an. Profis können die vertikale "italienische" Route nehmen, während Anfänger den 396 Meter hohen Gipfel von der anderen Seite aus erklimmen. Das Stadtviertel am Fuße des Zuckerhuts, Urca, ist ebenfalls eine kleine Entdeckungstour wert - wer den Weg nicht scheut, kann sich vom charmanten Lokalkolorit betören lassen.

Samba die ganze Nacht

Und nun zum Nachtleben - das, wie sollte es auch anders sein, weltweit legendär ist. Um die Entscheidung zwischen all den Möglichkeiten etwas einfacher zu machen, muss man erstmal die komplexe Musikszene der Stadt verstehen. Lapa, nahe dem Zentrum, ist das Zuhause des traditionellen Sambas. In Bars und an Straßenständen können die Partygänger kaltes Bier und Caipirinhas kaufen. Zu den besten Clubs in der Gegend zählen Lapa 40°, Carioca da Gema, Democráticos, Rio Scenarium und Bola Preta. Neben dem traditionellen Samba gibt es auch den kraftvollen Samba Enredo, der einen mit seinem Heer an Trommlern und einer unglaublichen Dezibelzahl wortwörtlich vom Hocker reißt. Sambaschulen wie Mangueira organisieren in der Zeit von Anfang Januar bis zum Karneval regelmäßig Parties in den lokalen Sporthallen.

Nachtleben in Lapa.
Carlos Borges
In den Bars von Lapa hört man den traditionellen Samba.
Der zweite typische Rio-Sound ist der Bossa Nova. Diese Musikrichtung hat Einflüsse aus dem Jazz und verführt Nachtschwärmer in den Bars von Ipanema und Copacabana. Eine gute Wahl für Konzerte ist die Vinicius Piano Bar in der Straße Vinicius de Moraes in Ipanema. Auch Liebhaber elektronischer Musik kommen in Rio de Janeiro auf ihre Kosten, der Höhepunkt der Szene sind die wöchentlichen Parties in Casa Alto Vidigal in der befriedeten Favela Vidigal nahe Leblon - neben dem fantastischen Sound besticht die Tanzfläche mit ihrem Blick über die Stadt. Und zu guter Letzt gibt es noch den Funk Carioca, eine verrückte Mischung aus Rap, Hip-Hop und Funk. Den wahren Funk Carioca findet man in Tanzhallen in den Favelas der Stadt. Die meisten sind nicht wirklich empfehlenswert für Touristen, aber einige  Orte wie das Castelo das Pedras sind sicher und können ohne weiteres besucht werden.

Botanischer Garten in Rio de Janeiro.
Carlos Borges
Ruhe und Entspannung im Botanischen Garten von Rio de Janeiro.
Ein guter Platz nach einer durchtanzten Nacht ist der botanische Garten - oft vernachlässigt, aber eine wahre Insel an Ruhe und Frieden inmitten der Hektik der Stadt. Ein Spaziergang durch die schön angelegten Gärten mit exotischen und einheimischen Pflanzen bringt etwas Ruhe in das volle Programm. Von hier aus kann man zu Fuß den Park Lage erreichen. Dort ist in einem der schönsten Gebäude der Gegend die Kunstschule von Rio untergebracht. Nach einer Stippvisite der lokalen Kunstszene geht es mit dem Boot durch die Bucht nach Niteroi zum Museum für moderne Kunst. Das Gebäude von Oscar Niemeyer ist schon für sich ein Kunstwerk, und eine der Ikonen für moderne Architektur. Die Ausstellungen im Inneren lohnen einen Besuch, doch werden sie oft von dem architektonischen Meisterwerk, in dem sie untergebracht sind, überschattet.

Doch kein Trip nach Rio ist komplett ohne Fußball. Der Sport ist so in den Alltag integriert, dass man kaum zehn Meter laufen kann, ohne in irgendeiner Form auf diesen Sport zu stoßen. Wer zwischen Ende Februar und Anfang Dezember am Wochenende in der Stadt ist, sollte die Gelegenheit nutzen und ein Spiel der lokalen oder sogar der nationalen Liga besuchen, wenn möglich im kürzlich renovierten WM-Stadion Maracana. Es ist möglich, die Tickets kurz vor dem Anstoß direkt im Stadion zu kaufen.

Tipp für den Aufenthalt in Rio de Janeiro:

Wer eine schöne und preisgünstige Unterkunft in Rio sucht, sollte sich an wenden: Nach der Buchung über die Homepage sucht das Start-up Unternehmen jeden Tag nach niedrigeren Preisen für das gewünschte Hotel-Zimmer - bis zum Check-in. Sinkt der Preis nach der Buchung, gibt es die Differenz automatisch zurück.

Autor

Carlos Borges