Cartagena

Stopp auf dem Marktplatz

Geschrieben am Freitag, Mai 30, 2014 - 08:52

Nach drei Monaten in Mittelamerika besuche ich in Südamerika die Kolonialstadt Cartagena. Am Ende der Calle del Guerrero befindet sich eine kleine Kirche. Normalerweise würde mir diese nicht weiter auffallen - es gibt so viele schöne Kirchen hier. Aber immer wenn ich an der Kirche vorbei komme, halten sich hier Menschen auf. Viele Menschen.

Tagsüber spielen Kinder Fußball und die Eltern treffen sich auf einen Plausch. Als ich abends nochmal vorbeikomme, bin ich erstaunt: Der ganze Platz ist voller Menschen. Touristen und Einheimische und in der Mitte des Platze geben mindestens zehn Artisten ihre Jongleur- und Clown-Künste zum Besten. Besonders die Einheimischen sind begeistert und klatschen viel und laut. Und wer nicht hinschaut, der spielt Domino. Schnell komme ich mit den Kolumbianern ins Gespräch und als ich erfahre, dass jeden Freitagabend das selbe Prozedere auf dem Platz stattfindet, finde ich es umso bemerkenswerter, dass so viele Einheimische kommen.

Anna Albrecht
Marktplatz von Cartagena
Doch die Kolumbianer sind ein offenes Volk und lieben Gesellschaft. Interessiert fragen sie mich über alles Mögliche aus, und ständig holt jemand ein neues Bier. Teilen ist hier selbstverständlich, so werden Freundschaften geschlossen. An den vielen Buden die um den Platz stehen, kann man einheimische Gerichte kaufen und die Kioske verkaufen ihr Bier für umgerechnet 70 Cent. Einzelne Kaugummis, Schokoladentaler und andere Süßigkeiten sind ebenfalls zu erwerben.

Als die Show vorbei ist, heißt das nicht, dass auch das Zusammenkommen beendet ist. Die Künstler sind gut vorbereitet und haben laute Boxen dabei. Es dröhnt kolumbianische Musik über den Platz, und alle sind herzlich willkommen zu tanzen. Erst als die Polizei zum dritten Mal vorbei kommt, muss die Feier aufgelöst werden, und erschöpft und glücklich gehe ich in mein Hotel, das nur zwei Häuser entfernt liegt.

Einen besseren Einblick in die südamerikanische Kultur hätte ich mir für meine ersten Tage in Kolumbien nicht vorstellen können und ich merke schon jetzt, dass das Land mich in seinen Bann gezogen hat.

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