Island Geheimtipps für Reykjavík

Hot Pots zum Baden, spannende Galerien, leckere Küche und ein ausgelassenes Nachtleben: Reykjavík ist so klein, dass hier fast alles um die Ecke liegt. Zum Glück, sagt -Autorin Alva Gehrmann: So lässt sich alles wunderbar miteinander verbinden. Ihre Lieblingsplätze und Geheimtipps in Reykjavík.

Reykyavik: Blick vom Turm der Hallgrimskirkja in Richtung Esjan

Geheimtipps für Reykjavík im Überblick 

Reykjavík erleben – interessante Orte

Harpa

Harpa
Das kubenförmige Haus am Meer mit der glitzernden Fassade, die vom Künstler Ólafur Elíasson designt wurde, ist mittlerweile der wichtigste Kulturort der Stadt. Seit 2011 haben das Isländische Symphonieorchester und die Isländische Oper in der Konzert und Konferenzhalle ihr neues Zuhause gefunden. Zum Komplex gehören auch ein Restaurant und ein Design-Shop. Der Besuch lohnt aber schon allein wegen der Architektur: Je nach Lichteinfall glänzt hier jeder Winkel auf andere Art und Weise (Austurbakki 2, ).

Vesturbæjarlaug

Dank der Geothermie auf der Vulkaninsel kann sich so gut wie jede Gemeinde ein Schwimmbad leisten – in der Hauptstadtregion gibt es gleich 17. Die Freibäder sind ganzjährig geöffnet. Eines der schönsten ist Vesturbæjarlaug mit seiner großzügigen Hot-Pot-Landschaft. Relaxen Sie in den 40 Grad Celsius heißen Pötten und tauchen Sie dabei ganz in die isländische Lebensart ein (Hofsvallagata 107, weitere Infos unter ).

Marshallhúsið

Das Hafengelände hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Die Straße Grandagarður – auch "Grandi" genannt –, entwickelt sich zum neuen Hotspot für Shops und Cafés. In einer ehemaligen Fischfabrik haben drei bekannte Kultureinrichtungen ihr Zuhause gefunden: das Living Art Museum (Nýlistasafnið), die Galerie Kling & Bang und das Stúdíó Ólafur Elíasson. Nebenan wird in der noch aktiven Fabrik täglich der frisch gefangene Fisch verarbeitet (Grandagarður 20, ).

Hallgrímskirkja

Hallgrímskirkja Kirche
Von fast überall in der Stadt sieht man die markante Hallgrímskirkja (evangelisch-lutherische Pfarrkirche), entworfen 1937, fertiggestellt 1986, deren Gebäude von den in Island typischen Basaltsäulen inspiriert wurde. Wenn Sie den Kirchturm hinaufklettern, haben Sie den besten Blick auf die Stadt mit ihren wellblechverkleideten Häusern, das Meer und aufs Bergmassiv Esja (Hallgrímstorg 1, ).

Þjóðminjasafn Íslands

Wer sich in die abenteuerliche Geschichte Islands einfühlen will, kann im Nationalmuseum lernen, wie einst die Nation auf dieser kleinen Insel im Nordatlantik entstand. Die permanente Ausstellung zeigt über 2000 Objekte von der Besiedlungszeit bis heute (Suðurgata 41, ).

Reykjavík Art Museum

Reykjavik Art Museum

Das Museum zeigt zeitgenössische Künstler wie den Maler Erró mit seinen bunten Collagen, gewährt aber auch aktuellen Stars der isländischen Kunstszene auf mehreren Etagen Retrospektiven. Wie zum Beispiel Ragnar Kjartansson oder der Icelandic Love Corporation, die das Publikum mit experimentellen Performances überraschen (Tryggvagata 17, ). 

Reykjavík schmecken – Restaurants und Cafés

Mat Bar

Die "Mat Bar" ist eines der neuesten und beliebtesten Restaurants in Reykjavík. Inhaber Guðjón Haukksson lebte für eine Weile in Italien und verbindet nun das südeuropäische Flair, man sitzt hier dicht beieinander, mit nordischem Design. Die harmonierende Fusion spiegelt sich im Menü wieder – etwa bei den Calamari aus den Westfjorden mit mediterranem Dressing (Hverfisgata 26, ).

Stofan Kaffihús

Es ist, als würde man in ein gemütliches Wohnzimmer eintreten. Gepolsterte Sofas und Sessel, der Kaffee ist typisch stark gebraut, und die hausgemachten Kuchen samt Sahnehaube sind echte Kalorienbomben. Aber extrem lecker (Vesturgata 3, ).

Cafe Paris

Café Paris

Ein Klassiker. Sobald die Sonne nur fünf Minuten scheint, sitzen die Isländer draußen und beobachten das Treiben am Platz Austurvöllur. Gegenüber liegt das Parlament, wo die Isländer zur Zeit des Finanzcrashs und im Rahmen der Enthüllungen der Panama Papers wochenlang demonstrierten. In den Pausen gönnten sie sich trotz des Ärgers einen Kaffee oder ein Bier – genau hier im "Cafe Paris" (Austurstræti 14, ).

Sægreifinn

Das kleine, rustikale Restaurant wirbt damit, die "beste Hummersuppe der Welt" zu servieren. Der ehemalige Inhaber Kjartan lief früher stets durch die Reihen und erzählte seine abenteuerlichen Seefahrergeschichten. Inzwischen ist Kjartan verstorben und schaut nun als erschreckend lebensgetreue Wachsfigur den Gästen beim Essen zu (Geirsgata 8, ).

Nachtleben in Reykjavík – die besten Clubs und Bars

Húrra

Zwar tritt nicht jedes Wochenende ein Minister mit Band im "Húrra" auf, aber auch ansonsten ist dieser Treffpunkt bei Musikfans beliebt und wurde vom Magazin The Reykjavík Grapevine zum besten Live-Club gekürt. Hochgelobt: der großartige Sound, die Bar – und die Stimmung. Hurra! (Tryggvagata 22, )

Kaffibarinn

Die Verfilmung des Kultromans "101 Reykjavík" machte das ausschweifende Nachtleben der Reykjavíker weltweit bekannt. Einige der Filmszenen wurden in dieser Bar gedreht. Bis heute ist das mit rotem Wellblech verkleidete Haus beliebter Treffpunkt. Tagsüber gemütlich, nachts sehr eng. Irgendwann tanzt man automatisch mit (Bergstaðastræti 1, ).

Reykjavík über Nacht – die besten Hotels

Hotel Marina

Die Zimmer dieses Icelandair Hotels am Hafen sind meist klein, aber hübsch und modern eingerichtet. Die Isländer frequentieren das Hotel regelmäßig, wenn sie ins Restaurant "Slippbarinn" essen gehen. In der Lobby begrüßen kunstvolle hölzerne Figuren die Besucher (Mýrargata 2, ).

Hotel Holt

Isländer lieben Veränderungen. Eine der wenigen Ausnahmen ist dieses Hotel, in dem schon Könige und Präsidenten zu Gast waren. Die holzvertäfelten dunklen Wände, die goldenen Geländer, die wuchtigen Ledersofas gepaart mit historischen Gemälden geben einem das Gefühl, in eine vergangene Zeit einzutauchen. Ein wahrhaft exotischer Ort in der rastlosen Hauptstadt (Bergstaðastræti 37, ).

Kex Hostel

Diese Schlafstätte ist einfach cool (von den überhöhten Preisen mal abgesehen) – man könnte glatt vergessen, dass es sich um ein Hostel handelt. Das "Kex" hat eine Bibliothek, eine Bar, ein Restaurant und sogar einen Barbershop. Die Einrichtung ist eine Mischung aus retro und lauschig, der Blick aus den großen Fenstern auf den Strandweg Sæbraut legendär (Skúlagata 28, ).

Shoppen in Reykjavík

Flohmarkt Kolaportið

Die Isländer sind zwar wettererprobt, ihren Flohmarkt machen sie dann aber doch lieber in einer alten Halle. So können sie jedes Wochenende durch die Gänge schlendern und Tausende Dinge entdecken: Schallplatten, alte Aschenbecher, selbst gestrickte Wollpullis mit dem typischen Zackenmuster (lopapeysa) und sogar hákarl, den bestialisch stinkenden vergammelten Hai. Letzteren zu probieren ist eine echte Mutprobe (Tryggvagata 19, ).

12 Tónar

Dieser Plattenladen ist eine Institution. In dem alten Holzhaus nahe der Hallgrímskirkja treffen sich gerne Musiker, um sich auszutauschen. Die Inhaber betreiben ein eigenes Label und organisieren regelmäßig Konzerte in ihrem Geschäft. Hier können Sie alles über die Musikszene erfahren, und vielleicht treffen Sie sogar den Musiker, dessen Album Sie gerade gekauft haben (Skólavörðustígur 15, ).

Farmers Market

Im Jahr 2005 gründeten die Designerin BergÞóra Guðnadóttir und der Musiker Jóel Pálsson die Design- und Kleidermarke Farmers Market. In ihrem hübschen Geschäft gibt es ebenso Schuhe, Bücher und Platten. Neuerdings haben sie zudem eine Filiale in der Flaniermeile Laugavegur 37 (Hólmaslóð 2, Grandi, ).

Buchhandlung Eymundsson

Die Isländer lieben ihre Literatur und so ist es kein Zufall, dass die Buchhandlung täglich bis 22 Uhr geöffnet hat. Genügend Zeit also, um durch die Etagen zu laufen und ganz in die Bücherwelt einzutauchen. Die Filiale hat auch einige Werke auf Deutsch. Zum Laden gehört ebenfalls ein beliebtes Café. Manchmal gibt es Lesungen und Happenings, etwa als Autoren still im Schaufenster sitzend ein Buch lasen (Austurstræti 18, ).