Kulturreise Die besten Kulturtipps für Japan

Wer Tokio besucht, lernt schnell: Aus Glaube, Kunst und Wahn können Schätze entstehen, die weltweit Furore machen.
Tokio Ginza

Erleben Sie die Kultur Japans - Museen, Galerien und Opern laden Sie ein. 

Yayoi Kusama Museum 

Kaum ein Künstler zieht mit seinen Arbeiten so viele Besucher an wie Yayoi Kusama. Bei ihrer letzten Ausstellung in Los Angeles durften die Gäste nur jeweils 30 Sekunden vor einem Werk verweilen – der Ansturm war einfach zu groß. Schon deshalb ist das neue Yayoi Kusama Museum in Tokios Stadtteil Shinjuku ein wunderbares Geschenk an ihre Fans. Berühmt wurde Japans mittlerweile bekannteste Künstlerin, 1929 geboren, durch ihre Punkte: die Polka Dots. »Die Erde ist ein Punkt«, sagt sie. »Der Mond, der Himmel, alles ist aus Punkten gemacht.« Seit ihrer Kindheit leidet sie unter Halluzinationen und Panikattacken, sie nahm ihre Umgebung schon früh in Strukturen von Punkten und Mustern wahr und lebt heute in einer Nervenheilanstalt. Das eigene Museum ist ihr langgehegter Traum. »Nichts erfüllt mich mit mehr Freude, als wenn jeder meine Lebensphilosophie in diesem Museum sehen und spüren kann.« Der weiße Tempel mit den riesigen Glasfronten zelebriert auf fünf Etagen ihre Kunst: etwa eine Serie von Acrylbildern voll leuchtender Farben, die eigentlich nur 100 Bilder umfassen sollte, jetzt aber schon auf 530 angewachsen ist. Ein Höhepunkt der Sammlung ist ihr Spiegelraum »Pumpkins screaming about love beyond infinity«. Mit der Installation, die sie eigens für das Museum geschaffen hat, wolle sie »das Kosmische der Welt, in der wir leben« illustrieren.

Adresse und Infos: Geöffnet Do-So 11-17 Uhr, vier Einlasszeiten für 90 Minuten, nur mit Voranmeldung, 107 Bentencho, Shinjuku, Tokio,

Tokyo Midtown Design Hub Galerie

Der 248 Meter hohe Midtown Tower (inmitten des legendären Ausgehviertels Roppongi gelegen) beherbergt nicht nur Büros und Shoppingmalls, er ist auch Anlaufstelle für Kunstliebhaber: Im vierten Stock befindet sich das Tokyo Midtown Design Hub – seit 2007 Szene-Spot für alle Freunde grafischer Finessen. Gezeigt werden wechselnde Ausstellungen: Verpackungen, Poster, Logos und räumliche Grafiken von Japans Design-Community. Auch Seminare und Workshops über Grafikdesign werden angeboten.

Adresse: 9-7-1 Akasaka, Minato, Tokio,

SCAI Bathhouse Galerie

Der Name deutet es bereits an: Das SCAI Bathhouse war früher einmal ein Badehaus. Heute ist das 200 Jahre alte schmale Gebäude nahe des Ueno-Parks ein minimalistischer Ausstellungsraum zeitgenössischer Kunst. Gezeigt werden hier die Werke von etwa 30 Künstlern, darunter Bilder von Tadanori Yokoo, Japans berühmtestem Gra kdesigner, und Skulpturen von bekannten Bildhauern wie Toshikatsu Endo oder Jeppe Hein.

Adresse: 6-1-23 Yanaka, Taito, Tokio

Ginza Graphic Gallery

Im edlen Viertel Ginza mit seinen unzähligen Galerien ist das »GGG«, wie die Ginza Graphic Gallery genannt wird, die einzige, die sich mit Grafikdesign befasst. Was nicht verwunderlich ist, immerhin gehört die Galerie einer der größten Druckereien Japans namens Dai Nippon Printing. Jeden Monat gibt es eine neue Ausstellung japanischer und ausländischer Künstler.

Adresse: 7-7-2 Ginza, Chuo, Tokio,

Tokyo Opera City

Japaner lieben klassische Musik! Erst recht, wenn der Klang so beeindruckend ist wie in der »Tokyo Opera City Concert Hall«, der größten Konzerthalle Japans. Der pyramidenartige Saal bietet Platz für 1632 Musikliebhaber.

Adresse: 3-20-2 Nishi-shinjuku, Shinjuku, Tokio,

Den Göttern ganz nah: japanische Tempel 

Japan ist das Land der tausend Götter. Allein in Tokio gibt es unzählige Shinto-Schreine und buddhistische Tempel. Als eindrucksvollste Kultstätte gilt der Meiji-Schrein in Shibuya, der versteckt hinter tausenden Büschen und Bäumen nahe am Bahnhof Harajuku liegt. Er wurde 1920 zu Ehren des Meiji-Kaisers eingeweiht, nur 25 Jahre später fiel er den Bomben zum Opfer. 110 000 Freiwillige bauten 1958 den Schrein wieder auf, heute werden hier im Minutentakt shintoistische Hochzeitszeremonien gefeiert. Gut besucht sind auch der Kanda-Myojin-Schrein (2-16-2 Sotokanda), bekannt für seine Gongen-Architektur der frühen Edo-Zeit, und der Hie-Schrein (2-10-5 Nagata-cho), in dem alle zwei Jahre das »Sanno Matsuri« gefeiert wird – eine Prozession kaiserlicher Sänften, begleitet von rund 400 Gläubigen in Kostümen, die an die Heian-Zeit (9.- 12. Jahrhundert) erinnern. Wie die Schreine locken auch Tempel abertausende Besucher an: Der Senso-Ji-Tempel (2-3-1 Asa- kusa) gilt als Tokios älteste Glaubensstätte. Fischer sollen hier im Jahr 628 nach dem Fund einer Goldstatue einen ersten Schrein errichtet haben.

Tokio National Museum

Keine Frage, hier braucht man Zeit. Viel Zeit. Am besten einen ganzen Tag. Wo einst die Äbte des Tempels Kaneiji residierten, öffnete 1872 das Tokio National Museum, heute die weltgrößte Sammlung asiatischer Kunst. Ein atemberaubendes Panoptikum, in dem man alles über Japans Kultur und Geschichte lernen, ach was, erleben kann! Das Museum mit seinen fünf Galerien besitzt etwa 116 000 Objekte, wovon 88 als Nationalschätze und 634 als bedeutendes Kulturgut klassifiziert sind. Der Rundgang beginnt im pompösen Hauptgebäude Honkan, gleich gegenüber des Haupteingangs: Auf zwei Etagen präsentieren sich hier in 24 Räumen die Höhepunkte von der Jomon-Epoche (14000- 300 v. Chr.) bis zur Edo-Zeit (1603-1868) – Schwerter, Rüstungen, Keramiken, Teekessel, Skulpturen, darunter auch die Rolle mit der Auferstehung des Buddha Sakyamuni aus dem 11. Jahrhundert. Kurze Pause gefällig? Im Frühjahr und im Herbst lädt der Japanische Garten mit Tempeln und fünf Tee-Pavilions zum Entspannen ein. Von hier aus geht es weiter zum modernen Gebäude Heiseikan, dem Ausstellungsort japanischer Archäologie. Davor thront das Hyokeikan, erbaut 1909 zur Hochzeit des späteren Kaisers Yoshihito. Das Haus gilt als typisches Beispiel der Meiji-Zeit (1868-1912), als alles Europäische in Japan beliebt war. Faszinierend hier: die tönernen Haniwa-Figuren, Menschen,Tiere, Boote, die bis zum 7. Jahrhundert als Grabbeigaben dienten. Vor dem Hyokeikan steht das Kuromon, das Schwarze Tor, das einst zur Residenz des Fürsten Ikeda gehörte und 1951 zum bedeutenden Kulturgut erklärt wurde. Und daneben, als würdiger Abschluss eines Rundgangs, liegt ein echtes Kleinod: das Schatzhaus des Tempels Horyuji. Zu sehen sind hier 300 Objekte, darunter Gigaku-Masken, Gemälde und teils über 1000 Jahre alte Bronzebuddhas, die 1887 der kaiserlichen Familie vom Tempel in Nara überlassen wurden.

Adresse: 13-9, Ueno-Koen, Taito, Tokio,

Volkstheater Kabuki

Farbenfrohe Kostüme und nur Männer als Schauspieler: In Tokio wird Japans klassisches Volkstheater Kabuki spektakulär im »Kabukiza Theatre« zelebriert. Unbedingt Zeit mitbringen: Manche Stücke dauern fast fünf Stunden.

Adresse: 4-12-15 Ginza, Chuo, Tokio,

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