Tansania Tipps: Kulturaustausche in Tansania

Elias macht sich auf den Weg. Von der teuren Lodge, in der er arbeitet, in das arme Dorf, in dem er lebt. Zwei Tage Fußmarsch durch Tansanias Savanne, vorbei an hungrigen Löwen und gespenstischen Einsiedlern, mitten hinein in die Heimat von Afrikas berühmtestem Stamm. Seinem Stamm: den Massai. Aber dieses Mal geht er nicht allein.
Kitumbene

Maasai Lodge

Elias’ Arbeitsplatz ist der Wohltätigkeitsorganisation „“ angeschlossen, die im Norden Tansanias fantastische Projekte angestoßen hat. Seit sie den Verein 2009 gründete, hat die österreichische Ärztin und professionelles Powerpaket Christine Wallner um den Ort Momella eine Krankenstation und mehrere Schulen aufgebaut – sowie mehrere gehobene Unterkünfte, die ihre Arbeit fördern, indem sie Gästen die Kultur der einheimischen Völker nahebringen. So kann man in der Maasai Lodge, die abgeschieden zwischen Kilimandscharo und Meru liegt, etwa an geführten Wanderungen teilnehmen, sich im Speerwerfen trainieren lassen oder abends mit den Maasai, die das Hotel leiten, ans Lagerfeuer setzen. Oder wie sie es nennen: „Massai Television“. Natürlich sind die sieben Bomas der Lodge luxuriös eingerichtet, aber wer einen vollständigen Eindruck von den Lebensverhältnissen des Hirtenvolks haben will, kann in der Lodge auch die Tour „Massai for a Day“ buchen, während der man eine Shuka überwirft, gemeinsam Kühe hütet und dann in dem Boma einer benachbarten Familie übernachtet.

Ilkiding'A

Deutlich näher an Arusha als die Lodge befindet sich dieses Dorf der Massai: Das 200 Jahre alte Ilkiding’a liegt nur sieben Kilometer nördlich der Großstadt. In dem Ort werden bisweilen traditionelle Tänze aufgeführt, aber das eigentliche Highlight sind die Touren, die von hier durch die Landschaft um den Mount Meru angeboten werden. Sie dauern zwischen einem halben und drei Tagen, führen durch Kaffeeplantagen und Canyons und Sie besuchen Heiler und Handwerker. Das Dorf ist die beste Option für Reisende, die in Arusha eigentlich auf der Durchreise zur großen Safari sind – zum Beispiel in die Serengeti. www.ilkidinga.com  

Dorobo 

Wer neben den Massai noch zwei andere der über hundert Volksgruppen Tansanias kennenlernen möchte, bucht am besten eine kulturelle Safari bei Dorobo. Das Tourunternehmen organisiert mehrtägige Austausche bei den Iraqw am Krater des Ngorongoro und bei den Hadzabe rund um den Eyasisee. Die gehören zu den letzten Buschmännern Afrikas. Sie haben keine Häuser, keine Herden und keine Anführer – wie vor tausend Jahren leben sie in gemeinschaftlichen Verbänden. Aber weil ihre Heimat im boomenden Tansania bereits um 90 Prozent geschrumpft ist, zeigen die Jäger und Sammler heute auch Reisenden ihre Traditionen, um ihre Lebensweise zu bewahren. Seit den frühen neunziger Jahren organisiert Dorobo nachhaltige Streifzüge mit den Hadzabe.

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Autor

Kalle Harberg