Tansania Die schönsten Strände Sansibars

Ob für wagemutige Surfer, gemütliche Spaziergänger oder fleißige Städteliebhaber – die legendäre Insel im ostafrikanischen Tansania hat für jeden Strandliebhaber die perfekte Sandbank. Wir verraten Ihnen, wo Sie Sansibars schönste Strände finden.

Nungwi, Sansibar

Die schönsten Strände auf Sansibar – eine Übersicht:

Jambiani

Captain Dau hat Feierabend. Er sitzt auf einer Bank vor dem , schneidet eine Kokosnuss auf, und lehnt sich zurück. „Willst du ein Stück?“ Der Captain heißt eigentlich Ibrahim und arbeitet für den Touranbieter , bei dem er Schnorchel- und Angelausflüge anbietet. Daher der Spitzname. Fast jeden Tag kommt er zur Arbeit an den Jambiani Beach und, na klar, sagt er, ohne groß zur zögern, gefalle ihm sein Job draußen auf der türkisen See. Aber warum überhaupt das Land verlassen? Der Strand von Jambiani ist vielleicht der schönste in ganz Sansibar. Sieben Kilometer feinster Pulversand, so paradiesisch, dass selbst die sonst so hartnäckigen Massai-Verkäufer entspannter sind.

Jambiani, Sansibar
Hier an der Ostküste Sansibars fühlt sich das Meer noch ein wenig rauer an: Die Wellen fressen sich nah an die Palmen heran und hinter der Brandung kurven Kitesurfer durch einen Parcours von Daus. Zwar sei in Jambiani noch nicht so viel los auf den Wellen wie in Paje, aber auf dem Wasser sei immer jemand, sagt der Captain, steckt sich noch ein Stück Kokosnuss in den Mund, und schaut den Surfern zu. Übrigens: Wenn der Platz neben dem Captain besetzt ist, kann man die bestens beobachten vom Tresen der gemütlichen Zanzibarbar ein paar Meter weiter, in den Reisende aus der ganzen Welt Grußbotschaften geritzt haben.

Anfahrt: Der Bus 309 von Mwanakwerekwe in Sansibar-Stadt fährt direkt nach Jambiani. Die Fahrt dauert etwa anderthalb Stunden. Zurück fahren die Dalladallas bis ungefähr 15 Uhr, danach nimmt man sich ein Taxi in den benachbarten Ort Paje, wo die Busse auch noch später abfahren.

Bububu

Am Ende des Weges, der von der Hauptstraße im Westen der Insel am Bububu Beach House vorbeiführt, sitzen die Männer im Schatten der Palmen und hämmern am Rumpf eines Holzbootes, hacken und schleifen es langsam in Form. Dahinter liegt ein kleiner schmaler Strand, Fuji Beach genannt, der zwar lange nicht so pittoresk ist wie seine Brüder im Osten, aber einen entscheidenden Vorteil hat: Er liegt nah an Sansibar-Stadt. Nur eine halbe Stunde Fahrt mit dem Dalladalla und schon ist es man von der Hauptstadt in dem zehn Kilometer entfernten Ort mit dem fantastischen Namen Bububu. Am Strand liegen ein paar Daus (traditionelle Segelschiffe), im Wasser steht ein Mann zwischen den Bäumen und wirft sein Netz aus, ansonsten ist es sehr ruhig. Nur zwei Frauen sonnen sich im Sand und genießen die Einsamkeit. Der Fuji Beach ist perfekt für Reisende in Sansibar-Stadt, denen die schönsten Strände zu weit entfernt sind, und am Nachmittag nur einmal kurz ins Wasser springen wollen.

Anfahrt: Gegenüber der Tankstelle am Darajani Market steigt man in den Bus 502 nach Bububu. Am Ende des Weges zum Beach Houses nach rechts zum schöneren Teil des Strands abbiegen, wo auch eine Hütte Getränke verkauft.

Nungwi

Nungwi, Sansibar
Geh nach rechts, sagt der Barkeeper des Bistros „Cholo’s“, dessen Tresen wie ein Schiffsbug in die Brandung zeigt, nach rechts, da geht der Strand los – da liegt der bessere Teil der Sandbank. Also ab durch eine kurze Gasse von Souvenirständen und schon steht man auf einem fast weißen Strand, an dessen Rand sich Hotels aneinanderreihen, davor Sonnenliegen voller gestrandeter, gebräunter Urlauber, die müde auf das dutzend Holzboote im Wasser schauen. Der Strand von Nungwi ist ein Strand der zwei Hälften. Hier am Anfang brutzeln die Gäste aus Europa und Asien in der Hitze und versuchen die vielen Strandverkäufer abzuwimmeln oder auf eines der Ausflugsboote zu springen. In der zweiten Hälfte hinter der steinigen Promenade sitzen die einheimischen Fischer am Strand, flicken ihre Netze oder schreinern ihre Daus, für die Nungwi bekannt ist. Der Strand mag hier nicht so sauber geputzt sein wie vor den Hotels, aber dafür ist er zu Füßen des Leuchtturms ein wenig entspannter – und einladender.

Anfahrt: An der Tankstelle am Darajani Market in den Bus 116 steigen. Die zwei Stunden Fahrt nach Nungwi im Dalladalla alleine für den Strand sind schwer zu rechtfertigen, aber ist man ohnehin im Norden, sollte man ihn sich ansehen. Von der Haltestelle den Schildern Richtung Hilton folgen, bis man den Strand sieht. Bis zum frühen Abend fahren Busse zurück nach Sansibar-Stadt.

Paje

Die Lagunen, sagt Brad, natürlich kommen sie wegen der Lagunen, die dutzenden Kitesurfer, die vor ihm gerade über das türkise Wasser brettern. Der Wind stehe hier immer goldrichtig und das Wasser sei nirgendwo zu tief. Außerdem habe man an der Ostküste Sansibars im Gegenteil zu den Stränden Ägyptens und Brasiliens noch genug Platz, um sich nicht über den Haufen zu fahren. Und so seien es vor allem Surfer wie er gewesen, die Paje in den letzten fünf Jahren auf die Landkarte gesetzt hätten, erzählt Brad weiter, nachdem er sich die langen Haare mit einem Handtuch trocken gerubbelt hat.

Paje, Sansibar
Vor zehn Jahren verschlug es den Südafrikaner, der heute in Paje die betreibt, nach Sansibar und er verliebte sich schnell in die Insel. Vor allem in Paje, das heute die perfekte Mischung zwischen dem hektischeren Nungwi und dem ruhigeren Jambiani ist. Auch hier reihen sich zwar am Strand die Gasthäuser aneinander, aber es sind eher kleinere Boutique-Hotels, unterbrochen von lässigen Strandbars, vor denen neben den Kitesurfern auch Einheimische in die Wellen springen. Und jeden Abend, erzählt Brad, finde hier irgendwo eine Party statt. Hach, Surfer müsste man sein.

Anfahrt: Der Bus 309 von Mwanakwerekwe fährt direkt durch Paje auf seinem Weg nach Jambiani. Die Fahrt ist nicht viel kürzer als die anderthalb Stunden zur Endstation.

Kizimkazi

Was als erstes auffällt, wenn man die weite Bucht betritt, sind die Steinkreise. Darin weichen die Sansibarer monatelang Kokosnussschalen auf, um sie danach in Seile zu drehen. Aber hinter den von Seegras eingefassten Becken erstreckt sich bei Ebbe ein blendend weißer Strand, der an die Sandbänke eines Watts erinnert. Nur wenige Reisende verirren sich in den staubigen Ort Kizimkazi ganz im Süden der Insel, aber wer einen Eindruck vom ruhigen Dorfleben Sansibars bekommen will, ist hier goldrichtig. Der kleine Strand des Ortes eignet sich kaum zum Baden – zu steinig und zu flach ist der Einstieg ins Meer – aber umso besser ist er für lange Spaziergänge, bei denen man kaum jemandem begegnet. Das eigentliche Highlight des Südzipfels von Sansibar sind aber die Delfine, die in der nahen Bucht von Menai schwimmen. Zahlreiche Unternehmen bieten Exkursionen an, aber vorher sollte man sich angemessen über deren Techniken informieren – manche Boote jagen die Delfine wie Beute vor sich her. Wer lieber am Strand bleibt, kann es sich im Restaurant des bequem machen, das fangfrischen Fisch serviert.

Anfahrt: Bus 326 von Mwanakwerekwe in Sansibar-Stadt nach Kizimkazi. Im Ortsteil Dimbani aussteigen und der Hauptstraße zu den Palmen folgen.

Autor

Kalle Harberg